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Review Fujitsu-Siemens Lifebook P1610

Sonntag, 11. November 2007 | Autor: theBastian

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ein neues Spielzeug eingetroffen ist. Und das habe ich intensiv getestet. Schließlich soll mich ein Notebook meist zwei Jahre lang begleiten.

Leider wird es das P1610 wohl nicht werden. Das ist nämlich schon wieder auf dem Weg zurück an den Händler. Warum, das findet ihr in den folgenden Zeilen. Dabei möchte ich nicht auf die Dinge eingehen, die man schon in vielen Reviews im Net lesen kann, sondern meine persönlichen Erfahrungen sowie die Vor- und Nachteile aus meiner Sicht darstellen.

Mein Lifebook verfügte über 1GB RAM (maximale Ausbaustufe!) und 80GB Festplattenplatz. Damit lief Vista sogar mit Aero recht flüssig. Aktuelle Games sind natürlich tabu. Vista genehmigte sich auch gleich mal 30GB als primäre Partition. Die verbleibenden 50GB reichen gerade so aus. Aber es wird demnächst sicher auch in der 1,8 Zoll Größe Platten mit mehr Kapazität geben.

Positive Aspekte des Notebooks sind:

  • Formfaktor

Das Teil ist so klein, man kann schon den Begriff niedlich verwenden, um das zu beschreiben. Ultramobil, genauso groß wie ein UMPC aber mit vollwertiger Tastatur.

  • Akkulaufzeit

Es gibt 3-Zellen- und 6-Zellen-Akkus. An meinem Gerät war der große Akku verbaut. Und der erlaubt wirklich 5 Stunden Laufzeit am Stück. Problemlos und ohne Änderungen an der Standardkonfiguration. Wenn man die Energieoptionen auf ‘Max Powersaving’ trimmt, ist da bestimmt noch ein bißchen mehr drin.

  • Lieferumfang

Es ist wirklich fast alles dabei, was man brauchen könnte.

  • RecoveryCD für Windows Vista Business
  • Driver & Utilities für Windows Vista
  • Driver & Utilites für Windows XP
  • Smart Logon+ für den Fingerprint Reader
  • Modemkabel und diverse Adapter
  • Ladegerät mit extra langen Kabeln
  • Dockingstation mit zusätzlichem Ladegerät
  • DVD-RW Laufwerk extern mit Ladegerät und USB-Kabel
  • Diverse Programme auf CD (anscheinend sogar Vollversionen)
  • UMTS

Ein vollwertiges UMTS-Modem ist verbaut, das die Verbindung ins Mobilfunknetz herstellt. Überall mobil online sein, super. Der Test hat mit meiner aktuellen vodafone-Karte problemlos funktioniert.

  • DVD-RW Laufwerk

Ein gelungenes externes Laufwerk mit integriertem Akku. Dieser kann per separatem Ladegerät oder per USB-Kabel geladen werden. Dafür wird ein spezielles Kabel mitgeliefert. Auf jeder Seite des Kabels befinden sich zwei TypA-Stecker. Quasi ein doppeltes USB-Kabel. Der eine ist für die Verbindung des Laufwerks mit dem Rechner, der zweite für die Stromversorgung. Wird nur der erste Stecker verwendet, kommt der Strom vom Akku des Laufwerks. Werden beide verwendet, dann liefert das Notebook auch den Strom für das Laufwerk. Ob dabei auch der Akku des Laufwerks geladen wird, konnte ich nicht rauskriegen. Auf der rechten Seite des Notebooks befinden sich zwei USB-Anschlüsse nebeneinander. Super durchdacht also.

  • Fingerprint Reader

Ein Feature, was für Sicherheit sorgt, dafür aber den User kaum in der täglichen Arbeit einschränkt. Leider ist das nur sehr halbherzig umgesetzt.

  • TPM-Modul 1.2

Ein TPM kann erheblich zur Sicherheit eines Notebooks beitragen. Schön, dass es in der aktuellen Version verbaut wurde. Es wird sogar teilweise von der Software Smart Logon+ unterstützt.

Positiv finde ich die Umsetzung der Energiesparmöglichkeiten. Ein Button neben dem Display schaltet die Beleuchtung des Displays praktisch aus. Es sind nur noch Schattenspiele zu erkennen. Ein weiterer Button schaltet in einen vordefinierbaren Stromsparmodus. SD-Kartenleser aus, Helligkeit geringer usw. Das kann alles festgelegt werden. Ein weiterer Druck macht die Einstellungen jeweils wieder rückgängig.

Aus meiner Sicht gibt es aber leider auch Negatives zu berichten:

  • Display

Sicher, man kann von einem 8.9 Zoll-Display keine Superleistungen erwarten. Und die Auflösung von 1280×768 ist schon sehr klein. Nach einiger Einarbeitungszeit hat man sich aber daran gewöhnt. Wem das zu klein ist, der kann ja unter Windows auf große Schrift umstellen. Die Helligkeit ist sehr gut. Leider ist aber der mögliche Blickwinkel bestenfalls als mäßig einzuschätzen. Selbst wenn ich direkt vor dem Display sitze, erscheint die linke untere Ecke schon dunkler als die Mitte des Displays. Es gibt praktisch nur einen Winkel von weniger Grad, in dem das Display seine maximale Helligkeit preis gibt. Andere Auflösungen (z.B. 1024×768) sind auch möglich. Dabei verliert das Display aber stark an Schärfe.

  • Umsetzung der Fingerprintnutzung mit  SmartLogon+

SmartLogon+ bietet SingleSignOn (SSO) für Windows sowie Lotus Notes und Paßwortverwaltung für Zugänge. Dabei können die Daten in einer verschlüsselten Datei oder im TPM-Modul abgelegt werden (Es wird jeweils ein Containter angelegt). SSO kann per Fingerprint erfolgen, wenn man vorher die Fingerprint im Computer gespeichert hat. Die werden auf Wunsch auch im TPM abgelegt.

Preboot-Authentifizierung mit dem Fingerprint Reader gibts nicht. Das Verschlüsseln der kompletten Festplatte und das Authentifizieren per Fingerprint ist also nicht möglich. Um die gespeicherten Paßwörter nutzen zu können, muss man den Container öffnen. Auch das geht nicht per Fingerprint sondern nur mit einem Paßwort. Das Programm lief unter Vista nicht fehlerfrei. Öfters gab es keine Rückmeldung und man konnte die Anwendung nicht nutzen, um bereits gespeicherte Paßworte in einer Website eintragen zu lassen.

Toshiba kann das besser und liefert eine Anwendung mit, die das alles unterstützt. Und FSC hat das Lifebook schon auf dem Karton als Business Notebook bezeichnet. Da gehört sowas eigentlich dazu.

Weiterhin kann der Reader als Scrollrad dienen. Im TabletPC Modus mit umgeklapptem Display sind ja die Maustasten verdeckt und ein richtiges Scrollrad gibt es eigentlich nicht. Leider funktioniert das Ganze recht hakelig.

  • Umsetzung der UMTS-Funktion

Es wird nicht die windowsinterne Funktion für Modems genutzt sondern ein extra Programm mitgeliefert, das beim Start von Windows geladen wird. Wenn man den Autostarteintrag aus der Registry entfernt, und das Programm nur bei Bedarf startet, wird das Modem nicht erkannt. Warum auch immer. Zusätzlich muss ein Verbindungsprofil erstellt werden. Da steht aber nichts weiter drin.

Will man online gehen. muss man das Modem aktivieren, dann noch das Profil auswählen und nochmal verbinden klicken. Sehr umständlich. Automatisches Verbinden, zum Beispiel wenn man eine Website öffnet geht so nicht. Eventuell kann man eine Modemverbindung unter Windows einrichten und diese dann als Standardverbindung in den Internetoptionen angeben. Das habe ich aber nicht getestet.

Weiterhin liegt der Steckplatz für die UMTS-Karte hinter dem Akku. Also schnell mal Karte rein und los, geht nicht. Notebook aus, Akku ab, Karte rein, Akku dran und wieder starten. Man braucht also Zeit oder eine Twincard.

  • Umsetzung der TabletPC-Funktion

Das Lifebook P1610 ist ein TabletPC. Leider haben die Ingenieure dem Gerät nur ein passives Display verpasst. Ein normaler Touchscreen also. Man kann mit Allem und Jedem das Display berühen und Aktionen auslösen. Im Net wird das also unheimlicher Fortschritt betrachtet.

Man kann sogar während des Schreibens seine Hand auf das Display legen. Der Unterschied zwischen Handballen und Stift wird problemlos erkannt und verursacht keine komischen Zeichen auf dem Display. In meinen Augen hat aber ein passives Display einen entscheidenden Nachteil. Man verliert die Hover-Funktionalität.

Hover bedeutet: Wenn ich den Mauszeiger auf ein Objekt stelle, erscheint eine Information. Dazu brauche ich den Pfeil nur auf einen bestimmten Punkt oder Bereich des Displays stellen und muss keine Maustaste klicken. Stelle ich z.B. den Mauszeiger auf die Uhr in der Windows Taskleiste, erscheint nach kurzer Zeit das aktuelle Datum.

Bei einem Touchscreen kann ich den Mauszeiger nur bewegen, indem ich auf das Display drücke. Das ist gleichbedeutend mit einem Drücken der linken Maustaste. Wenn ich also auf meine Uhr in der Taskleiste klicke, erscheint nicht das Datum sondern bereits der Einstellungsdialog für Datum und Uhrzeit.

Zugegebenermaßen ist das bei der Uhr nicht so schlimm. Aber beim TabletPC Input Panel (TIP) erscheint das Korrekturmenü nur, wenn der Mauszeiger über den falschen Buchstaben hovert.

Bei aktiven Displays funktioniert das Ganze per Induktion. Darum kann man nur einen originalen Stift verwenden. Andere werden nicht erkannt.

Ach ja, der Stift. Oder das Stück Platik, welches sich als solcher aufspielt. Dünn und nichts Besonderes. Eine Radierfunktion kann es aufgrund der oben genannten Gründe natürlich auch nicht geben. Immerhin schiebt sich die Spitze ein, wenn man zu sehr aufdrückt. Allerdings muss der Druck schon relativ hoch sein.

Weiterhin gleitet der Stift nicht sehr gut über die Oberfläche des Displays. Es geht etwas stockend. In etwa, wie ein Kugelschreiber auf einem Radiergummi. Die Oberfläche besteht aus Plastik und ist dementsprechend kratzempfindlich. Eine Displayfolie sollte hier Pflicht sein.

  • Ausstattung der Dockingstation

Schön, dass eine Dockingstation dabei ist. Leider ist die Anzahl der Anschlüsse recht … übersichtlich. Zweimal USB, VGA, Kensington Lock und Stromanschluss. Keine seriellen Anschlüsse, nicht mal ein Audioausgang.

Die Maustasten sind recht groß, und wenn man den Pointing Stick nutzt, liegt der Daumen auf der linken äußeren Kante der linken Maustaste. Der Weg bis zur rechten Maustaste ist damit sehr weit. Außerdem sind die Tasten zu schwergängig. Das gilt auch für den Pointing Stick. Der kann auch als linke Maustaste genutzt werden. Drückt man auf den Stick verschiebt sich aber der Mauszeiger. Das ist bei einem so kleinen Display natürlich schlecht. Meist drückt man dann auf einen anderen Punkt, als man eigentlich wollte.

Am oberen Ende des Displays ist ein kleiner Metallbügel, der verhindern soll, dass sich das geschlossene Display verdreht. Da der Bügel aber nicht einrastet, kann man das geschlossene Display ca. einen Zentimeter nach rechts oder links bewegen. Zum Öffnen des Displays muss keine Taste gedrückt werden. Es wird einfach hochgeklappt.

Die Tasten sind sehr klein. Logisch, bei der vorhandenen Gesamtgröße. Schon das macht das Tippen mit zehn Fingern nicht leicht. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tasten fast eben sind und in der Mitte keine Senke haben, in der der Finger ruhen könnte. Auch abgeschrängte Kanten sind nicht vorhanden. Das verringert den Abstand zwischen den Tasten noch mehr.

Dass der PCMCIA-Einschub keine Klappe sondern einen Adapter hat, der erst entfernt werden muss, ist ärgerlich. Aber das werden die bei FSC sicher nicht mehr lernen.

Alles in allem für mich ausreichend Gründe, vorerst bei meinem TC1100 zu bleiben. Schade eigentlich. Der P1610 ist ein gutes Konzept, was aber leider recht halbherzig umgesetzt wurde.

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Thema: TabletPC

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5 Kommentare

  1. bei diesen ganzen beschrieben Punkten wird es wohl dan wirklich besser sein wenn einen deises notebook die nächsten 2 jahre nicht begleitet ob es das nämlich schafft mit diesen sag ich mal mangelnden funktionen ist eine andere frage nicht wahr..
    Danke für deinen Bericht den ich hatte ernsthaft daran überlegt es mir auch zu holen

  2. So war es auch bei mir. Das Notebook sollte mich eine ganze Weile begleiten. Aber damit hätte ich die nächsten Jahre nicht arbeiten wollen.

  3. Da ich von einem Tc1100 auf dieses Notebook wechsle will ich auch mal meine Meinung kundtun. Meiner Meinung nach erfüllt der kleine ganz meine Vorstellungen. Etwas gleichwertiges hab ich noch nicht gesehen, und ist für den Preis den ich für das Neugerät bezahlt habe, nicht annähernd zu bekommen. Ich finde es manchmal schade wie Leute alles klein und fein haben wollen und dazu noch die besten Funktionen. Klar suche ich auch was in der Richtung “alleskönner”.Aber bisher muss man immer noch Kompromisse machen. Meiner Meinung nach ist dieses Notebook dem Tc1100 überlegen. Alleine das man einen Stift mit Akku benötigt hat mich immer geärgert. Zwischendurch mit dem Finger was öffnen sollte schon drin sein. Auch die Akkuleistung liegt über der des Compaqs.Der leise Lüfter ist sehr angenehm und das Gewicht geht vollkommen in Ordnung. Ich hab ihn allerdings auch nicht gekauft wegen features wie den fingerprint Sensor oder Seriellem Anschluss (welcher im Übrigen auch an der Docking des TC fehlt ^^ und ich nicht wüsste wozu man den noch braucht). Daher finde ich es schade das dein Bericht so negativ ausfällt und es eher so rüberkommt als würdest du einen fehler suchen um zu rechtfertigen den kleinen zurückzugeben ;) obwohl er doch irgendwie gefällt. Ich finde es hat sich gelohnt und demnächst kann man meinen TC und den PDA bei Ebay ersteigern denn beides wird durch den P1610 ersetzt werden.

  4. Der Bericht stellt ja auch nur meine persönliche Meinung dar. Und meine Ansprüche an ein aktuelles Notebook scheinen eben höher zu sein.

    Der Stift des TC1100 benötigt übrigens keinen Akku.

  1. [...] Eine Übersicht von Reviews zum Gerät findet sich hier, deutsche Testberichte (Achtung: Teilweise andere Specs) da und dort. [...]

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